Seit Inkrafttreten der Pflegereform zum Jahreswechsel 2016/17 verzeichnet die Pflegekasse der Techniker Krankenkasse (TK) in Nordrhein-Westfalen einen deutlichen Anstieg der Erstanträge. So gingen 2017 bei der TK rund 28 Prozent mehr Erstanträge auf eine Einstufung in einen Pflegegrad ein als im Jahr zuvor. Bundesweit fiel der Anstieg mit 23 Prozent geringer aus.

Einen Zuwachs verzeichnen auch einzelne Leistungen der Pflegeversicherung. Im letzten Jahr nahmen rund 25 Prozent mehr Versicherte in NRW sogenannte Entlastungsleistungen in Anspruch als im Vorjahr. Dazu gehören Beschäftigungsangebote – wie zum Beispiel Vorlesen – oder die Begleitung zum Arzt. Seit der Reform stehen Pflegebedürftigen für solche „niedrigschwelligen Betreuungsangebote“ 125 Euro monatlich zu.

Pflegereform kommt an  

Günter van Aalst, Leiter der TK-Landesvertretung in Düsseldorf: „Der Anstieg der Anträge zeigt, dass die Reform bei den Patienten ankommt. Wir sehen auch an Leistungen und Hilfsmitteln, die die Selbstständigkeit der Betroffenen im Haushalt unterstützen, großen Bedarf. Die TK setzt sich dafür ein, dass die gesetzliche Pflegeversicherung im Rahmen der wohnumfeldverbessernden Maßnahmen auch den Einsatz von Smart-Home-Lösungen im Pflegehaushalt ermöglicht.“

Smart-Home-Lösungen

Dazu gehörten beispielsweise technische Assistenz- und Überwachungssysteme, die dazu beitragen, länger in den eigenen vier Wänden leben zu können. Bislang fehlt für die Kostenübernahme der Systeme durch die Pflegeversicherung die gesetzliche Grundlage.