Patienten, die von ihrem Arzt krankgeschrieben werden, kennen ihn – den gelben Schein mit zwei Durchschlägen. Ein Exemplar behält der Patient, die beiden anderen Ausdrucke muss er per Post an Arbeitgeber und Krankenkasse schicken. Das ist umständlich, kostet Zeit und Geld.

Datenautobahn statt Postweg

Seit Juli 2018 ist es einfacher: Mit einem Pilotprojekt zur digitalen Krankschreibungen wollen die Techniker Krankenkasse (TK) und die Softwarefirma Duria eG Arztpraxen und Versicherte in Nordrhein-Westfalen (NRW) entlasten. Über 1.000 Mediziner können mit einem kleinen Mausklick in ihrer Praxissoftware eine elektronische Nachricht an die Krankenkasse senden. Dr. Erich Gehlen, Vorsitzender der Duria eG: „Immer mehr unserer angeschlossenen Praxen setzen die eAU ein. Es gibt nur positive Rückmeldungen von den Patienten. Endlich mal eine Win-Win-Situation für alle mit einer einfachen und nachhaltigen Funktion. Die TK bekommt dadurch die Krankmeldung innerhalb von Sekundenbruchteilen und der Patient spart sich das Briefporto. „Das neue digitale Verfahren ist perspektivisch für alle Beteiligten einfacher, schneller und preiswerter“, betont Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung in NRW.

225 Millionen bedruckte Blätter für Krankschreibungen

Bisher muss der Arzt für seine Patienten bei einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ein DIN-A5-Formular in dreifacher Ausfertigung drucken. Bei 75 Millionen Krankschreibungen im vergangenen Jahr fielen so insgesamt 225 Millionen DIN-A5-Blätter in Deutschlands Arztpraxen an. Barbara Steffens: „Die Weiterleitung des Ausdrucks für die Krankenkasse entfällt bei unserem Projekt. Die Digitalisierung bietet große Chancen, das Gesundheitswesen effizienter und besser zu machen. Als TK sehen wir unsere Aufgabe darin, diese Entwicklung voranzutreiben.“

Arbeitgeber werden in das Pilotprojekt eingebunden

Bei der Umsetzung des Pilotprojekts „elektronische Arbeitsunfähigkeit“ (eAU)  macht die TK noch einen weiteren Schritt: Die Übermittlung der Krankmeldung an Arbeitgeber. „Als erstes Unternehmen ist natürlich die TK angebunden. Allein in NRW erreichen wir damit über 2.800 Mitarbeiter“, so Barbara Steffens. In Schleswig-Holstein ist das Universitätsklinikum ab sofort auch mit angeschlossen. Voraussetzung ist, dass der zuständige Arzt bei dem elektronischen Verfahren mitmacht.


Quelle: Techniker Krankenkasse