Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) würde Anfang August in das Bundeskabinett eingebracht: Ein zukunftweisender Punkt aus dem Entwurf sei die Entlastung des Pflegepersonals durch Investitionen im Bereich der Digitalisierung, so die Techniker Krankenkasse (TK). Bei der TK freue man sich insbesondere über die Möglichkeit der Videosprechstunde als neue telemedizinische Form der Zusammenarbeit. Barbara Steffens ist Leiterin der TK in Nordrhein-Westfalen (NRW) und sagt: „Manche Pflegeeinrichtungen in NRW nutzen schon jetzt eine Videosprechstunde, bei der Ärzte mit Pflegepersonal und Bewohnern virtuell kommunizieren können. Damit können den Patienten anstrengende Fahrten in die Praxis oder sogar Krankenhauseinweisungen erspart werden. Das entlastet auch Pflegekräfte, die ihre Bewohner oft begleiten müssen.“

Besonders gefragt: Elektronische Visite

Die Ärzte des Ärztenetzes MuM – Medizin und Mehr eG aus Bünde nutzen die elektronische Visite – kurz elVi® – schon seit ein paar Jahren, um ergänzend zu den Pflegeheimbesuchen, ihre Patienten zu betreuen. „Diese neue Form der Visite erlebt eine große Akzeptanz, trotz des hohen Alters der Patienten“, so Dr. Hans-Jürgen Beckmann,  Vorstand von MuM. Auch mit Blick auf den ärztlichen Fachkräftemangel könne so eine medizinische Versorgung der Pflegeheimpatienten gewährleistet werden, sagt Beckmann.

Smart-Home-Lösungen stärker nutzen

Im Zeitraum von 2019 bis 2021 soll die Pflegeversicherung durch Zuschüsse anteilig digitale Maßnahmen der Pflegeeinrichtungen fördern. Der maximale Förderbetrag soll 12.000 Euro beziehungsweise 40 Prozent der anerkannten Maßnahme betragen. Für die Pflegekassen sollte aus Sicht der TK auch die Möglichkeit bestehen, Smart-Home-Lösungen im Rahmen der wohnumfeldverbessernden Maßnahmen zu unterstützen. Eine solche Technik kann die Selbstständigkeit von Pflegebedürftigen im eigenen Haushalt fördern und pflegende Angehörige entlasten. Beispielsweise kann eine zirkadiane – also auf den Tagesrhythmus abgestimmte – Lichtsteuerung Demenzkranken helfen, sich zu orientieren. Sensormatten, die bei Stürzen Alarm schlagen, könnten die Sorge der Angehörigen um ihre pflegebedürftigen Verwandten mindern, wenn sie selbst nicht vor Ort sind.


Quelle: TK-Landesvertretung Nordrhein-Westfalen / Foto: ingimage.com