In ganz Deutschland seien 80 Prozent der Rücken-Operationen unnötig, meldet die Techniker Krankenkasse (TK). In NRW sei ein ähnlicher Trend zu verzeichnen – dort seien es 75 Prozent. Das zeigt eine Auswertung eines speziellen Zweitmeinungsangebots der TK. Bei dem Angebot können Patienten die Notwendigkeit einer Wirbelsäulen-Operation in speziellen Schmerzzentren überprüfen lassen. 75 Prozent der Teilnehmer in NRW bekamen dabei die Empfehlung, sich konservativ – beispielsweise mit Krankengymnastik – behandeln zu lassen und kamen dauerhaft ohne eine Operation aus.

„Ärzte in Deutschland greifen oftmals zu schnell zum Skalpell. In manchen Fällen ist eine Operation zwar das Mittel der Wahl, aber die Entscheidung für solch einen Schritt sollte gut abgewogen und kritisch hinterfragt werden.“

Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung in NRW

Interdisziplinäre Teams geben Zweitmeinung zu OP-Empfehlung ab

Bei dem TK-Projekt „Zweitmeinung vor Wirbelsäulen-Operationen“ können Versicherte vor einem geplanten Eingriff kostenlos eine professionelle zweite Meinung bei einem interdisziplinären Spezialistenteam einholen. Die Patienten bekommen bei Bedarf innerhalb von zwei Tagen einen Termin und können in einem der bundesweit rund 30 Schmerzzentren ihre OP-Empfehlung überprüfen lassen. Das Behandlungsteam besteht aus einem Schmerztherapeuten, einem Physiotherapeuten und einem Psychotherapeuten. Sie untersuchen den Patienten und beraten ihn gemeinsam, wie er am besten zu behandeln ist.


Quelle: Techniker Krankenkasse