Im vergangenen Jahr verordneteten die Ärzte in Nordrhein-Westfalen weniger Patienten mit einer Erkältung Antibiotika. Im Durchschnitt haben 28,3 Prozent der Beschäftigten, die aufgrund einer Erkältung krankgeschrieben waren, Antibiotika verschrieben bekommen. Die Verschreibungsquote ist damit seit 2014 von 37,8 Prozent um rund ein Drittel gesunken. Das geht aus aktuellen Daten des Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) hervor.  

Bundesweit im Schnitt weniger Antibiotika-Verordnungen

Bundesweit liegt der Anteil der Antibiotika-Rezepte im Jahr 2017 bei 24,4 Prozent. Den höchsten prozentualen Anteil an Verordnungen gab es im Saarland – hier lag die Rate bei 33,9 Prozent.

„Antibiotika nur noch verschreiben, wenn es sinnvoll ist“

Barbara Steffens, TK-Chefin in Nordrhein-Westfalen (NRW): „Die Zahlen zeigen einen erfreulichen Trend. Das bestätigt, dass die Thematik sensibler gehandhabt wird. Das Ziel muss es sein, Antibiotika nur noch zu verschreiben, wenn es wirklich sinnvoll ist.“

Antibiotika bei Erkältung nicht immer sinnvoll

Antibiotika wirken gegen Bakterien. Bei Viren, die häufig auch Auslöser für eine Erkältung sind, helfen sie nicht. Ein hoher Einsatz der Medikamente begünstigt die Entwicklung multiresistenter Erreger (MRE). Die Resistenzen verbreiten sich weltweit und stellen ein Gesundheitsrisiko dar. Deshalb müssten die Antibiotika-Verordnungen besonders sorgfältig geprüft werden, so Steffens.


Quelle: TK Landesvertretung NRW | Foto: ingimage.com