Eine Stunde vor oder eine Stunde zurück? Spätestens seit dem Vorschlag der EU-Kommission, die Zeitumstellung abzuschaffen, stellen sich viele die Frage, nach welcher Uhrzeit wir künftig leben werden. Die KNAPPSCHAFT drängt auf eine schnelle Entscheidung und ruft zu einer Abstimmung über die endgültige Beibehaltung von Sommer- oder Winterzeit auf.

Im Frühjahr 2019 könnte die Zeitumstellung Geschichte sein

Wenn die Uhren am 28. Oktober 2018 um eine Stunde zurückgestellt werden, geschieht das vielleicht zum letzten Mal. Denn die EU-Kommission will die Zeitumstellung abschaffen. Damit reagiert sie auf das Ergebnis der zuvor durchgeführten europaweiten Umfrage. Schon im April 2019 könnte die Zeitumstellung Geschichte sein – vorausgesetzt, das Europaparlament und die EU-Staaten stimmen dem Vorschlag zu.

Abbildung: KNAPPSCHAFT

Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass die Zeitumstellung zu gesundheitlichen Belastungen führen kann – vom Herzinfarktrisiko bis zu Depressionen. „Als Versicherer und Versorger von rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland ist es uns wichtig, die Diskussion um die Zeitumstellung am Leben zu erhalten. Wir brauchen ein Ergebnis, bevor das Thema in Sande verläuft“, betont Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT.

Abstimmung: Sommer- oder Winterzeit?

Offen ist auch weiterhin die Frage, ob künftig dauerhaft die Sommer- oder Winterzeit gelten solle. Für beide gibt es zahlreiche Pro- und Contra-Argumente. So sind die Vorteile der derzeitigen Sommerzeit vor allem im Sommer spürbar: Es bleibt nicht nur abends länger hell, es wird an Sommertagen morgens auch später warm. Wer möchte, kann zum Beispiel bei angenehmen Temperaturen vor der Arbeit noch eine Runde joggen gehen. Zudem sind die meisten Menschen auch in den späten Abendstunden noch aktiv. Die zusätzlichen Sonnenstunden an der frischen Luft sind nicht nur gut fürs Gemüt, sondern kommen auch der Tourismus- und Gastronomiebranche zugute, weil Verbraucher an längeren Abenden mehr Geld für Freizeitaktivitäten ausgeben.

„Die Winterzeit entspricht den Verhältnissen, die unter Berücksichtigung der natürlichen Lichteinflüsse für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus am günstigsten sind. Wenn wir im Winter am Morgen länger der Dunkelheit ausgesetzt sind, werden wir schlechter wach.“

– Alfred Wiater, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)

Im Winter bedeutet Sommerzeit hingegen: Teilweise geht die Sonne erst um halb zehn oder später auf – die Schule und die Arbeit beginnen also im Dunkeln und das Wachwerden fällt vielen deutlich schwerer. Viele Schlafforscher plädieren daher für die Winterzeit, weil diese eher dem biologischen Tagesrhythmus entspricht. Sollten sich die EU-Länder für die Sommerzeit entscheiden, würden sie zudem international aus dem Rahmen fallen, denn in anderen Staaten ohne Zeitumstellung gilt das ganze Jahr die Winterzeit.

„Wie man es auch dreht und wendet – eine klare Tendenz für die eine oder andere Zeit gibt es nicht. Unser Vorschlag ist deshalb: Lasst die Bürger entscheiden“, so Bettina am Orde. Einen ersten Vorstoß macht die KNAPPSCHAFT mit dem Start einer Online-Umfrage. Noch bis zum 02.11.2018 können Bürger unter www.für-meine-gesundheit.de/jetzt-abstimmen-sommer-oder-winterzeit/ abstimmen, ob sie dauerhaft nach der Sommer- oder Winterzeit leben möchten. Die Ergebnisse werden in der Kalenderwoche 45 veröffentlicht.


Quelle: Knappschaft