Das Knappschaftskrankenhaus Dortmund hat als erstes Haus in Nordrhein-Westfalen (NRW) und als eines der ersten bundesweit einen neuen Standard zur Therapie bei Betäubungen von körperfernen und körpernahen Nerven eingeführt.

Neues System unterbindet Verwechslungen

Das neue System mit der Bezeichnung NRFit erhöht die Patientensicherheit, weil Verwechslungen mit anderen Infusionssystemen damit grundsätzlich unterbunden werden. Bisher ließen marktübliche Systeme eine Verwendung von Kanülen, Kathetern und Schläuchen für unterschiedliche Zugänge zu, unabhängig davon ob Infusionen intravaskulär verabreicht wurden, ob Medikamente an Nervenenden herangeführt werden sollten, ob es um eine Verbindung zum Hirnwasser ging oder eine Magensonde genutzt wurde. Bei dem neuen Standard passen Komponenten für unterschiedliche Anwendungen nicht mehr zueinander.

Neuer Standard soll Patientensicherheit verbessern

„In der Literatur sind Verwechslungen belegt, deshalb wurde seit 2016 ein neuer Standard entwickelt“, so Prof. Dr. Björn Ellger, Direktor der Anästhesiologischen Kliniken im Klinikum Westfalen. Das Klinikum Westfalen will solche Verwechslungen und damit eine mögliche Fehlmedikamentation konsequent ausschließen und handelte dafür präventiv. Prof. Ellger trieb deshalb gemeinsam mit Dr. Daniel Oswald, Leiter der Interdisziplinären Intensivmedizin am Knappschaftskrankenhaus Dortmund, die Umstellung voran.
Es musste zunächst Medizintechnik umgerüstet und das Personal instruiert werden. Inzwischen sind außerdem entsprechende Produkte unterschiedlicher Anbieter auf dem Markt. Die Definition des Standards nach ISO gibt klare Regelungen vor, eine kräftige gelbe Einfärbung macht das neue System erkennbar. Kurz vor dem Jahreswechsel wurde am Knappschaftskrankenhaus Dortmund die Umstellung ausnahmslos vollzogen. Weitere Häuser des Klinikums Westfalen sollen zeitnah folgen.

Quelle: KLINIKUM WESTFALEN GmbH / Bildnachweis: KLINIKUM WESTFALEN GmbH